Familie Lange

Stolpersteine der Familie Lange
Stolpersteine der Familie Lange

 

Familie Lange bestand aus 5 Personen, 2 Erwachsene und deren Kinder.

Herr Heinrich Israel Lange wurde am 1.10.1895 in Hohenlinde/Beuthen geboren.

Seine Frau Rosa Sara Lange (geb. Katorowiez)wurde am 10.10.1908 in Berlin geboren.
Zusammen wohnten sie in der Lohengrinstr.2 in Mahlsdorf und haben zwei Söhne:

Salo Lange wurde am 14.8.1941 in Berlin geboren und Danny Lange, der am 18.10.1942 ebenfalls in Berlin geboren wurde.


Manfred Israel Lange (Lichtenstein), geboren am 22.1.1936 in Berlin,
ist nach langer recherche kein Sohn von den beiden. Auf Grund des Geburtsdatums kann schließen, dass dies ein aufgenommenes Kind ist. Wahrscheinlich zum Schutz vor dem NS Regime.

 

Max Lange wurde am 10.10 1908 in Hohenlinde geboren. Er kam in der Lohengrinstr.2 nur kurz unter. Er war wahrscheinlich der Bruder von Heinrich Lange.

Heinrich Israel Lange, welcher seinen zweiten Vornamen dem NS Regime unter Hitler zu verdanken hatte, war gelehrter Kaufmann. Diesen Beruf konnte er aber nicht ausführen, da er in Folge seiner Erblindung arbeitsunfähig war. Rosa Lange ist nie einer Beschäftigung oder Arbeit nachgegangen.

Ihr Zuhause, welches sie am 1 April 1941 bezogen, war eine 1½ Zimmer Wohnlaube in Berlin Mahlsdorf in der Lohengrinstraße 2. Es bestand aus:

1Schlafzimmer (1 Kleiderschrank, 1 Bettstelle, 2 Stühle, 1 Kommode, 1 Sofa, 1 Sessel, 1 Federbett, 1 Kopfkissen, 1 Unterbett),

1 Küche (1 Kühlschrank, 1 Küchentisch, 2 Küchenstühle, 2 Bügeleisen),

1 Bad, 1 Toilette und 1Veranda, so geht aus der Vermögenserklärung hervor.

Dafür hatten sie 63 Reichsmark monatlich an Miete zu zahlen, allerdings übernahm dies die Oberfinanzkasse, da sie nichts besaßen.

Familie Lange hatte 2 Untermieter, Luise Sara Cahn und ihre Tochter.Sie bezahlten monatlich etwa 15 Reichsmark Miete an Familie Lange. Allerdings mussten sie am 1. Februar 1943 das Haus verlassen.

Am 1 Oktober 1942 bekamen sie eine Verfügung über den Einzug all ihrer Besitztümer durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) in Wedding.

 

Bis auf Max Lange wurden alle Familienmitglieder der Familie Lange am 9.12.1942 nach Auschwitz deportiert. Bei allen kann man fest davon ausgehen, dass sie sofort in Auschwitz ermordet wurden.

 

Max Lange wurde am 29.11.1942 mit dem "23. Berliner Osttransport" nach Auschwitz deportiert.


Zitat: „Einzug an Ort und Stelle eingestellt, da nach Feststellung mit dem Eigentümer Herrn Wandrey, Keine Sachen vorhanden sind“ 15.2.1943

Trotz der erfolglosen Räumung der Wohnung der Familie Lange fielen Gebühren an:

Gebühr 1 RM
Schreibgebühr 0.50 RM
Fahrkosten 1 RM

Gesamt 2.50 RM